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Sonntag, 5. November 2017

Gedanken zum Sonntag - Wieso sind wir Frauen so?

Manchmal fällt einem auf, wie viel man als selbstverständlich erachtet oder gar nicht darüber nachdenkt. Wenn es einem dann auffällt, erschreckt man sich und fängt mit dem Grübeln an.

Genau so ging es mir diese Woche. Der Donnerstag war so ein typisch normaler Tag. Es lief alles, wie es laufen sollte, keine Auffälligkeiten. Ich hatte weder gute noch schlechte Laune, halt irgend so ein Mittelding. Könnte man es auch Passivität nennen? Ich weiß es nicht.
Nach Unischluss stand ich an der Bahn, als eine junge Frau auf mich zu kam, die ich nicht kannte. Und dann geschah es: Sie lächelte mich an und meinte, dass ihr meine Jacke sehr gut gefalle und sie gut zu mir passen würde. Einfach so, ohne weitere Konversation. Beim Einsteigen in ihre Bahn lächelte sie mich noch einmal an und das wars. 
Doch diese kleine Begegnung hat etwas mit mir gemacht, ich musste lächeln und war plötzlich zufrieden mit der Welt.

Diese Begegnung lässt mich bis zum heutigen Sonntag nicht los, denn mir ist aufgefallen, dass so etwas sehr selten vor kommt. Zwischen Männern hört man sowas öfter, wenn auch in anderer Form. "Cooles Cap" oder sowas ist keine Seltenheit. Doch warum sind wir Frauen nicht so?

Wenn man genau darüber nachdenkt sind wir Frauen oft missgünstiger zueinander. Woran liegt das? Ich denke, das kann man nicht pauschalisieren. Aber ich denke, dass es oft unbewusst passiert. Und zwar jeder, ich schließe mich da nicht aus.
Wenn wir zusammen mit einer oder mehreren Freundinnen sind reden wir lieber darüber, was und warum nicht an anderen gefällt. Generell scheint es einfacher zu sein, etwas abzuwerten als etwas positiv anzusehen. Anstatt zu sagen, was uns an anderen gefällt, schauen wir lieber stumm und denken uns unseren Teil. Schade eigentlich. Denn ein bisschen Bestätigung von anderen tut doch jedem gut, oder? Selbst konstruktive Kritik ist gut für die Seele.
Sind wir zu oft neidisch oder eifersüchtig, wenn andere beispielsweise dünner, größer, sportlicher ist oder längere Haare, größere Brüste oder eine schönere Nase hat? Unbewusst vergleichen wir uns mit den anderen Frauen und sehen oft nur das, was diese vermeintlich besser haben als wir selbst. Doch vielleicht sieht genau diese Frau etwas an euch, dass sie an sich vermisst? Euer Lächeln, eure Augen, eure Hose oder euer Selbstbewusstsein? Wir werden es nie erfahren, wenn wir nicht miteinander reden -dazu gehören auch mal Komplimente. Wohlfühlen kommt nicht von Alleine, man muss auch ein bisschen dafür tun. 
Also lasst uns doch einfach positiver zueinander sein. Das müssen keine großen Heldentaten sein. Sagt doch einfach mal der Frau neben euch in der Bahn oder der Uni, wenn euch ihr Schal gefällt. Oder wenn eine Frau unentschlossen bei H&M steht, ob ihr der Rock gefällt an ihr und ihr der Meinung seid, dass er super aussieht, dann sagt dies. Aber seid immer ehrlich. Ihr werdet sehen, wie gut es auch euch tun wird. 
Auch ich werde in Zukunft wieder aktiver darauf achten, genau das zu tun. Denn nur so kann auch etwas zurück kommen. Manchmal reicht schon ein kleines Lächeln, und ihr versüßt jemanden den Tag.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Gedanken zum Sonntag - Willkommen im neuen Semester

Montag morgen, Bücher in der Bibliothek abgeben, in den Innenhof der neuen Uni gehen, kurz setzen und den Moment wirken lassen - und plötzlich wird man angesprochen. "Entschuldigung, bist du auch Ersti? Ich finde den Raum der Juraeinführung nicht."
Zack, da ist man wieder auf dem Boden der Realität. Erstes Semester, lange ist es her... jetzt bin ich im neunten. Wie die Zeit verfliegt. Oh Gott, ich werde alt...

STOOOOOOOOP! 
Mit solchen Gedanken möchte man nicht ins Semester starten. Und ganz ehrlich: 23 sind nicht alt. Also wieder auf Anfang und auf das Semester freuen. Wenigstens ein bisschen Motivation in die erste Woche nehmen.
Am Montag ging es also mit zwei Vorlesungen los. Bisschen komisch, denn meine liebste Kommilitonin hat die Uni und das Studienfach gewechselt. Aber schon vor dem Gebäude hab ich eine gute Bekannte aus einem Seminar letzten Semester getroffen und mich super gefreut - manchmal merkt man gar nicht, wie gut man doch mit einigen klar kam. Auch in meiner zweiten Vorlesung habe ich einen Kumpel getroffen. Den Montag muss ich schon mal nicht alleine überstehen. 
Das ich Dienstag mit meiner Latein-Leidensgenossin ein Seminar hab wusste ich schon und obwohl es Antike ist, wird es sicher lustig. Und obwohl ich eher beim fremden Menschen auf Abstand gehe, verstehe ich mich mit einer Studentin aus dem Russischkurs gut. 

Komisch ist es trotzdem. 4 Jahre habe ich mit meiner besten Freundin von hier fast jeden Tag zumindest kurz erzählt, meist was gegessen und 3 Jahre lang die meisten Veranstaltungen zusammen gemacht. Selbst als ich im Praxissemester war und sie den Studiengang gewechselt hat haben wir uns noch so gut wie jeden Tag in der Uni gesehen. Und nun? Karlsruhe ist zwar keine Entfernung, trotzdem ist es anders. WhatsApp glüht seit dem und wir haben alleine letzte Woche 3 mal telefoniert. Haben wir sonst vorher nie, außer am Wochenende gabs irgendwas, was die andere natürlich sofort erfahren musste.

Ich muss gestehen, dass ich mir in den Ferien so meine Gedanken gemacht habe. Doch jetzt im neuen Semester merke ich, wie viele liebe Menschen ich doch immer um mich habe, die ich vorher vielleicht nicht genug wertgeschätzt habe, oder nicht so primär auf dem Schirm. Die erste Woche hat mit gezeigt, dass man nie alleine ist, auch wenn man das manchmal denkt. Also öffnet euch ruhig den Menschen und es wird euch vieles zurückgegeben. Freundschaften entwickeln sich sehr langsam, aber Freunde sind immer für einen da. 

Freitag, 20. Oktober 2017

Das kleine ABC des Studiums - von Einführungsvorlesung bis Hochschulsport


Part 2: E bis H

E wie...

... Einführungsveranstaltung
Wer kennt sie nicht. Am Anfang des Studiums hat man ja eh noch keine wirkliche Peilung - auch wenn man es denkt. Genau dafür sind die Einführungsveranstaltungen da. Ich hatte pro Fach 3, alle muss man bestenfalls im ersten Fall bestehen. Klingt sehr locker, wenn man grad frisch motiviert von der Schule kommt. Leider haben die Einführungsveranstaltungen meistens echt doofe Zeiten, gerne sehr früh (ja, für Studenten ist 9.15 scheiße früh) oder auch gerne mal Abends oder am Freitag. Da hilft nur eins: Zähne zusammenbeißen und durch da. Doch diese geben euch einen guten Überblick, und ich besuche einige zur Examensvorbereitung auf jeden Fall nochmal.

...Erasmus
Irgendwann wird jeder mit der Frage konfrontiert, ob man nicht mal ein Semester oder gar ein Jahr im Ausland studieren möchte. Wenn man dies möchte, gibt es Programme wie beispielsweise Erasmus. Das ist ein europäisches Austauschprogramm. Eure Uni hat in den betreffenden Ländern Partnerunis. Es ist eine tolle Chance und kann nur förderlich sein, erkundigt euch doch einfach mal bei eurer Fakultät, welche Möglichkeiten euch freistehen.

...Erstipartys
Für Erstis der Höhepunkt der Woche, für alle, die länger dabei sind, leider oft etwas lästig. Die einen mögen sie, die andern hassen sie. Erstipartys sind in den ersten Wochen des nächsten Semesters allgegenwärtig, jede Fachschaft macht mindestens eine. Oft hat man die Qual der Wahl und es ist eine super Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen. Aber auch hier mein Tipp, den ich schon auf Instagram gegeben habe: Achtet darauf, dass ihr nicht der/die Erste seid, der flachgelegt wird - oder der vor allen kotzt. Ansonsten kann ich euch versprechen, dass es mit den richtigen Leuten richtig tolle Abende werden.


F wie...

...Ferien
Studenten haben oft zwei Monate frei und können machen was sie wollen. Richtig? Falsch! Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube, bitte schlagt euch das gleich aus dem Kopf. Denn die Semesterferien sind nur vorlesungsfrei, trotzdem müssen meist mehrere Hausarbeiten und Essays geschrieben und abgegeben werden und viele Studiengänge haben in den Ferien oder kurz danach Prüfungen, für die gelernt werden müssen. Auch Dinge wie Praktika und ähnliches stehen in den Ferien an. Aber keine Angst, ihr werdet trotzdem die Zeit finden zu entspannen.

...Fernleihe
Ein Referat steht an, ihr müsst eine Hausarbeit schreiben oder auch ein Essay verfassen. Bei der Lektüre habt ihr ein ganz tolles Buch entdeckt, dass perfekt zu eurem Thema passt und einen hohen Stellenwerk in der Forschung innehat. Aber es gibt ein Problem: Es gibt es nicht in eurer Bibliothek. Was nun? Verzweifeln müsst ihr nicht, denn für solche Fälle gibt es eine Fernleihe. Diese ist meist auf der Seite eurer Universitätsbibliothek verlinkt. Gegen eine kleine Gebühr bekommt ihr dann das betreffende Werk zur Abholung in die Bib gesendet.

...Freundschaft
Freundschaften sind immer wichtig, auch in der Zeit an der Uni ist es nicht anders. Am ANfang lernt man unheimlich viele Menschen kennen, einige begleiten einen durchs STudium, bei anderen merkt man aber auch, dass man nicht mit ihnen befreundet sein möchte. Das stellt wirklich kein Problem da. Im Laufe des Studiums lernt ihr jedes Semster neue tolle Leute kennen und Freundschaften entstehen, ohne die ihr euch das Unileben nicht mehr vorstellen kann. Wichtig ist es aber auch, diese Freundschaften zu pflegen. Und auch in den schlimmsten Zeiten (zb. Prüfungsphasen, um die es nie gut steht) sind Freunde Lebensretter, denn im Endeffek sitzt ihr alle im selben Boot.


G wie...

...Gasthöhrer
Noch so ein Begriff, den ihr früher oder später einmal hört. Im Grunde verbirgt sich dahinter eine Person, die an einer Veranstaltung teilnimmt, aber keinen Schein erwirbt oder erwerben kann. Am Anfang meines Studiums fand ich es recht befremdlich, wieso das einige Leute machen. Haben die kein Leben? Aber mittlerweile gehöre ich teilweise auch zu denen. Beispielsweise in oben genannten Einführungsveranstaltungen. SO ein kompakter Überblick wird in keinem Seminar mehr gegeben. Oder auch in Seminaren, die voll sind, man sie aber gerne belegen würde, weil es für die eigenen Prüfungen wichtig sein könnte.

...Grundstudium
Eigentlich selbsterklärend oder? Schaut am besten in eurem Modulhandbuch nach. Meistens besteht es darin, dass man alle Einführungen und Proseminare besucht und bestanden haben muss. Meistens sind es gewisse Module, die man bestehen muss, um Kurse aus dem Hauptstudium zu belegen.


H wie...

...Härtefall
Der Härtefall ist eine Sache, mit der sich leider manchmal einige Studenten auseinander setzen müssen. Wenn man zwei mal durch eine Prüfung gefallen ist und trotzdem noch einen Versuch möchte, der muss einen Härtefallantrag stellen. Dazu muss belegt werden, warum man noch einen Versuch haben möchte und Gründe für das Durchfallen im vorherigen Versuch genannt werden. Meist sind es gesundheitliche, psychische oder familiäre. Nach den Modalitäten erkundigt ihr euch am Besten im Voraus.

...Hochschulsport
Studenten leben meistens knapp im Budget, Geld für ein teures Fitnessstudio. Dazu gehöre auch ich, denn in größeren Städten ist dies meistens wirklich teuer. Aber wenn man trotzdem sich betätigen möchte gibt es eine Lösung: Unisport. Je nach Uni muss man sich vor Kursbeginn eintragen, einige Sachen sind aber auch ohne Anmeldung möglich. Bitte beachtet nur, dass es bei einigen Sportarten zu kleineren Beiträgen pro Semester kommen kann.




Montag, 16. Oktober 2017

Das kleine ABC des Studiums - von Anmeldefrist bis Durchhänger


Pünktlich zum neuen Semester habe ich mir was, wie ich finde, ganz tolles überlegt: Ein kleines ABC zum Überleben im Studium - nicht nur für Erstis, auch für uns erfahrene Häschen. Oder zumindest zum Schmunzeln. Entscheidet selbst.

Part 1: A bis D

A wie...

...Anmeldefristen
Schule ist rum, an der Uni ist alles leichter. Richtig? Naja. Auch hier muss man sich an viele Fristen halten wie beispielsweise Anmeldefristen. Im Allgemeinen läuft es so, dass ein Vorlesungsverzeichnis erscheint und dort das Datum steht, ab wann man sich anmelden kann. Oder zumindest auf der Homepage. Irgendwo, denn Studenten brauchen sowas meist idiotensicher, ich spreche aus Erfahrung. Wenn diese Frist beginnt geht es zu wie beim Black Friday: Die beliebten Dinge sind innerhalb von wenigen Minuten oft vergriffen. Da hilft nur eins: Die Uhr im Auge behalten und auf los geht es los.

...Anwesenheitspflicht
Es wird ja gemunkelt, dass diese nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Tatsächlich weiß ich von einem großen Teil, dass es gar keine bei ihnen gibt. Die glücklichen, ich habe meistens überall eine. Und selbst wenn nicht ist es ratsam hinzugehen, so kann man schon mit etwas mehr Wahrscheinlichkeit bestehen - erneut Erfahrungswerte. Bei den meisten Dozenten ist es so geregelt, dass man zwei mal unentschuldigt fehlen darf. Plant diese Fehlzeiten mit Bedacht, denn leider ist oft meistens Krankheit kein relevanter Grund der heiligen Veranstaltung fernzubleiben.

...Ausschlafen
Pädagogisch wertvoll wäre es wohl zu behaupten, dass ihr das nur selten machen sollt, wenn eure Lernzeit dies zulässt. Bullsh*t. Ausschlafen muss sein, außer man ist ein Morgenmensch. Aber diese Spezies ist selten an Universitäten, der Studialltag holt die Meisten ein. Aber bitte achtet darauf, wann ihr ausschlafen wollt - bei den meisten ist nicht der Wecker namens Mutti da, der euch grad noch rechtzeitig zur Vorlesung weckt. Dann könnte es knapp mit der Anwesenheit werden.


B wie...

...Basisbibliothek
Viele Studiengänge setzen dies voraus, es ist auf jeden Fall zu empfehlen und lässt sich meist nicht vermeiden: einige studienrelevante Bücher müssen einfach gekauft werden, einige möchte man sich auch kaufen. Sehr viele Grundlagenwerke können das gesamte Studium und darüber hinaus genutzt werden. Also tut euch selber einen Gefallen und plant in eurer Wohnung ein großes Regal oder einen Schrank für Bücher ein. Und glaubt mir: meistens wird es noch viiiiiel mehr.

...Bibliothek
Aber keine Angst, ihr müsst natürlich nicht alle Bücher kaufen. Könnt ihr auch gar nicht, so viel Geld hat niemand. Braucht ihr auch nicht, der arme Regenwald und euer armer Platz in der Wohnung. Oft braucht ihr aus Büchern nur wenige Seiten oder ihr lest es nur als Einführung oder Überblick. Dann seid ihr in der Bibliothek genau richtig, macht euch am besten gleich mit den Begebenheiten vor Ort bekannt. Denn glaubt mir, so eine Bibliothek kann ein Labyrinth werden wenn man es eilig hat.

...Blockseminar
Hach ja, die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Blockseminare werden aus den verschiedensten Motiven gewählt. Im Allgemeinen handelt es sich dabei um Seminare, die nur einmal ein Wochenende 8 Stunden lang (meist freitags und samstags) stattfinden oder an nur sehr wenigen Terminen. Gewählt habe ich diese Form beispielsweise einmal, um es kompakt weg zu haben und das Modul abzuschließen, ohne jede Woche dafür was zu machen, Ein anderes Mal geschah es aus Zeitmangel. Andere mögen es einfach, wenn alles kompakt abgehandelt wird. Probiert es einfach mal aus.


C wie...

...Campus
Leider muss ich euch der Illusion aus amerikanischen Filmen berauben: In Deutschland ist der Campus meistens kein Dorf für sich. Geeint ist das Gelände, welches zur Uni gehört und über das sich die verschiedenen Gebäude erstrecken. Dies kann nur ein Stadtteil sein, ein paar Straßen, mehrere Stadtteile, die komplette Stadt oder gar mehrere Städte. Wichtig ist nur, dass ihr immer wisst wo euer Raum ist - und wie ihr so schnell es geht dahin kommt. Und wo es essen gibt. Der Rest wird meist zufällig im Laufe der Semester entdeckt, auf gehts auf ein Abenteuer. 

...Chaos
Ihr denkt, dass ihr perfekt organisiert seid? Glückwunsch, dann ist ein Chaos in eurer persönlichen Lernwelt schon einmal etwas unwahrscheinlicher. Aber keine Angst, das Chaos lauert an Unis überall, in jeder Fakultät und in jedem Büro. Versucht mal mit einem wichtigen Anliegen schnell bei der betreffenden Stelle, beispielsweise der Studienadministration, eine passable Lösung zu finden. Oder generell wenn ihr mal eine Frage habt. Studieren ist ein Abenteuer - man braucht aber unbedingt den Passierschein a38.

...C.T.
Ihr rennt panisch zum Hörsaal weil ihr schon 5 Minuten nach um dran seid? Entspannt euch, höchst wahrscheinlich beginnt die Veranstaltung erst cum tempore, auch als akademisches Viertel bekannt. 


D wie...

...Deadline
Am Anfang eines Semesters wirkt es noch sehr weit entfernt, doch sie wird kommen: die erste Deadline. Jedes Semester nimmt man sich vor, früher anzufangen. Manchmal fängt man tatsächlich früh genug mit der Literaturrecherche an, aber man lässt nach. Und kurz vorher immer das selbe: Es wird eng. Und nicht selten sitzern STudenten noch die zwei Tag vor der Abgabe Tag und Nacht an ihrer Arbeit. Ob es besser wird und man es irgendwann lernt? Ich glaube kaum - irg3endwas ist immer. Aber spätesten im dritten Semester sieht man das lockerer.

...Durchhänger
Der Idealfall ist eingetreten: Man startet perfekt motiviert ins Semester, alles läuft wie am Schnürchen, das erste Referat ist erfolgreich erledigt und im Nacharbeitsplan ist man auch super drin. Leider kommt irgendwann der Moment, wo nichts mehr funktionieren will und der Kopf wie leer zu sein scheint. Bei den meisten fehlt dann der Appetit oder die Lust aufzustehen. Tja, leider habe ich dagegen nicht den ultimativen Tipp, aber frische Luft hilft tatsächlich, genau wie Freunde und sich auch mal was gönnen. Und was ich euch aus Erfahrung sagen kann: Jedes Tief geht vorbei, durchhalten wird belohnt.











Freitag, 29. September 2017

Hausarbeit schreiben - der Schreibprozess beginnt

Willkommen zum zweiten Teil meiner Hausarbeiten Reihe.
Nachdem ich letztes Mal eine Menge über die Vorbereitung geschrieben hab, komme ich heute zu dem Teil, der den Meisten viel mehr Angst macht: Dem Schreiben der Hausarbeit an sich.

Wie auch viele bin ich bei meiner ersten Hausarbeit vollkommen überhastet an die Sache ran gegangen und hab eine - in meinen Augen - zauberhafte Einleitung geschrieben. MACHT DAS NICHT! Stop. Halt. Das ist der falsche Weg. Doch dazu später mehr.

Zu Beginn des Schreibprozesses sortiere ich mir immer meine gemachten Notizen, am besten auf einer großen Fläche, so dass ihr einen Überblick habt. Bei mir muss dafür meist das Sofa oder der Wohnzimmertisch herhalten. 
Wenn ihr erstmal wieder den Überblick habt (und euch nochmal alles in euer Gewissen gerufen habt), fangt ihr am Besten mit einer groben Gliederung an. Ob ihr die Handschriftlich auf einem Extrazettel macht oder schon auf dem Laptop bleibt euch überlassen. Macht euch ruhig zu jedem Gleiderungspunkt Notizen, damit ihr beim Schreiben nichts vergesst. Gerne schreibe ich mir meine Hauptargumente schon einmal dahin. Auch das hilft dem Überblick.

Wenn ihr das erledigt habt, habt ihr schon mal ein gutes kurzes Grundgerüst. Nun geht es ans ausformulieren. Aber überstürzt nichts. Auch hier ist Ruhe besser. Lieber ein paar Minuten länger brauchen, dann spart ihr euch am Ende viel Arbeit. Fangt mit dem ersten Kapitel an - bei mir ist das häufig der (historische) Kontext oder die theoretischen Grundlagen. Sprecht euch auf jeden Fall mit eurem Dozenten ab, wie ausführlich er das haben möchte, nicht jeder besteht darauf, andere wollen es dafür um so gründlicher. Achtet auch hier schon auf einen roten Faden. Dieser muss sich durch die komplette Arbeit ziehen, ab der Einleitung (die ihr am Besten erst zum Schluss formuliert).

So geht ihr nun Kapitel für Kapitel vor. Achtet darauf, dass die Übergänge schlüssig sind. Der Lesefluss sollte nicht unterbrochen werden, ein Kapitel sollte auf das andere aufbauen. Beruft euch ruhig auf vorher genanntes und vermeidet zu viele Wiederholungen.
Wichtig finde ich auch immer, dass man richtig zitiert. Zitiert beim Schreiben ruhig immer in der Langform in den Fußnoten und ändert dies erst zum Schluss ab. Meistens ergänzt man noch was in seinem Text und damit verrutschen die Fußnoten. Wenn ihr vorher schon mit Abkürzungen wie "ebd. S...." gearbeitet habt anstatt der Langform macht ihr euch nur unnötig Arbeit. Die Kurzzitierweise jedoch ist ausreichend, wenn ihr das Werk vorher schon genannt habt. Und noch ein Tipp: Kontrolliert eure Fußnoten beim abschreiben. Stimmt die Seitenzahl? Ist es das richtige Werk? Ist alles einheitlich? Riskiert lieber einen Blick mehr.

Es kann durchaus passieren, dass sich eure Gliederung beim Schreibprozess ändert. Das ist gar nicht schlimm und passiert mir jedes Mal. Auch werdet ihr merken, dass vieles vielleicht nicht mehr hundertprozentig passt oder was fehlt. Plant dafür genug Zeit ein und setzt euch noch einmal in die Bibliothek.

Wichtig für eine gute Note ist selbstständige Arbeit. Zitiert nicht nur andere Forschungsmeinungen, sondern äußert euch selber dazu, stellt Theorien auf, vergleicht Meinungen und äußert euch begründet dazu, interpretiert Quellen... Der Dozent muss sehen, dass ihr selbstständig gearbeitet habt.

Wenn euer Hauptteil fertig ist, ist es an der Zeit, die Einleitung und den Schluss zu schreiben. Oft macht man sich vorher Notizen, was in die Einleitung soll. Formuliert diese aus, gebt einen kurzen Forschungsüberblick, begründet euer Thema und nennt eure kritische Fragestellung. Die Einleitung ist der Schlüssel zu eurer Arbeit, sie soll neugierig machen und gleichzeitig einführen, ohne zu viel zu verraten. Warum ihr diese zum Schluss schreiben solltet? Eure Arbeit entwickelt sich beim Schreiben. Wenn ihr eine Einleitung zuerst schreibst, passt diese - das verspreche ich euch - am Ende nichts mehr zum Text und ihr müsst sie abändern. Und das kann ziemlich mühselig sein, denn man hat sich dabei ja was gedacht. Auch die Fragestellung wird häufig noch angepasst, auch wenn es nur der Wortlaut ist. Also schreibst die Einleitung zum Schluss und passt sie an eure Arbeit an, anstatt die Arbeit an die Einleitung anzupassen.
Und Last but noch least: der Schlussteil aka das Fazit, ein sehr wichtiger Teil. Hier fasst ihr eure Hauptargumente zusammen, genau so wie eure Ergebnisse. Wen ihr eine Hypothese am Anfang aufgestellt habt belegt oder widerlegt ihr sie. Und ihr antwortet auf eure Fragestellung und gebt gegebenenfalls eine Ausblick. Wie die Einleitung neugierig auf eure Arbeit machen soll, so muss der Schlussteil eure Arbeit abrunden. Ein gelungener Schlussteil, der euren Dozenten davon überzeugt, dass ihr hinter dem steht, was ihr geschrieben habt, nimmt einen sehr großen Einfluss auf eure Note. Das Gesamtbild muss einfach passen. Selbst wenn ihr eure Fragestellung am ende widerlegen müsst und dies gut begründet, ist es eine gelungene Arbeit.

Das war Teil 2 meiner Reihe, der dritte Teil folgt bald mit dem letzten Schritt, dem korrigieren und prüfen.

Donnerstag, 14. September 2017

Perfect Body - Wer bestimmt eigentlich was perfekt ist?

"Boa Schnucki, an deiner Stelle würde ich mal ganz schnell mehr trainieren und 10 Kilo abnehmen. DU sieht schon fett aus, fast wie diese dicken Models."
Dieses Gespräch hab ich heute morgen im Supermarkt gehört und mich interessehalber mal umgedreht. Okay, vielleicht war die Wartezeit an der Kasse auch nur etwas länger. Was ich erwartet habe? Keine Ahnung. Vielleicht eine wirklich dicke Frau. Aber hinter mir standen zwei Mädels, vielleicht 16 Jahre alt, eine superschlank, eine ganz normal schlank. Beide schön. Aber die angeblich dicke hat ganz geknickt ihren Schokoriegel zurückgelegt und zugegeben, dass sie 2 Kilo zugenommen hat und sich selbst kaum ertragen kann.

Wait... What? Das Mädel hatte wahrscheinlich 55 Kilo auf den Rippen (die man sicherlich sehen könnte im Freibad) und war auch recht groß. Sie sollte nicht ihre Kilos loswerden sondern ihre Freundin. Aber ganz schnell. 

Doch leider sind Situationen wie diese nicht selten. Auch wenn in der Social Media Welt momentan alles unter dem Motto #Bodylove und so weiter steht. Aber mir fällt auf, dass meist Frauen mit tollem trainierten Körper sowas zeigen. Viele junge Mädels haben kein großes Selbstbewusstsein, vergleichen sich mit den Influencern, wollen genau so aussehen wie die. Viele übertreiben dann und schlittern in ein Loch, was nicht selten mit einer Essstörung oder zwanghaftem Fitnesswahn endet.

Woher ich das weiß? Oder warum ich mit anmute so über Leute zu urteilen? Weil ich es aus eigener Erfahrung weiß. Und weil ich darum auch weiß, wie schwer es sein kann, sich selbst zu akzeptieren wie man ist, Und wie man aus der Spirale rauskommen kann.

Bei mir ging es aber nicht wie bei vielen damit los, dass ich als Kind immer moppelig war und viel gegessen hab. Im Gegenteil: Ich war als Kleinkind viel zu dünn, hab kaum zugenommen. Später, mit Beginn der Pubertät, fand ich mich oft zu dünn, besonders meine Beine. Doch immerhin konnte ich zu dem Zeitpunkt zunehmen, so dass ich immer ein gutes Normalgewicht hatte und mich endlich wohlfühlte. 
Mit 16 hatte ich einen Freund, in den ich fürchterlich verliebt war. Er war 4 Jahre älter, früher auf meiner Schule gewesen und war der Schulschwarm. Alles, was er sagte, war für mich Gesetzt. Und er fand immer diese super dünnen Models von Germanys Next Topmodel toll. In das Schema habe ich nicht reingepasst. Wollte ich auch eigentlich nicht. Aber zu der Zeit kamen die ersten Zweifel. Bin ich vielleicht doch zu dick? Sollte ich nicht genau so schlank sein, wie die Mädels, denen mein Freund hinterherschaut? Es gab da eine Situation, die mich bis heute sehr kränkt. Wir haben Cookies gebacken und, typisch Naschkatze, habe ich immer wieder vom Teig genascht. Doch er hat mir die Teigschüssel weggenommen mit den Worten, dass ich schon dick genug sei und nicht auch noch den Teig in mich reinschaufeln soll, sondern lieber mehr auf meine Ernährung achten sollte. Das hat gesessen. Heute weiß ich, dass ich in dem Moment hätte die Beziehung beenden sollen. Aber ich war verliebt. Also hab ich angefangen, meine Ernährung umzustellen, Kalorien zu zählen und mehr Sport zu machen. Jeden Tag mit dem Rad zur Schule, mit dem Rad zu ihm (waren auch pro Strecke immer 15 km mit vielen Hügeln), krampfhaft zu Hause homeworkout. Und dabei habe ich versucht, all das vor meinen Eltern zu verstecken. Ich habe auch abgenommen, war bei einer Größe von 1,69m noch bei 54 Kilo. Zu wenig. Und wohl habe ich mich auch nicht gefühlt.
All das hatte ein Ende, als die Beziehung aus war. Das war dann rund ums Abi, ich hab wieder mit Appetit gegessen, hab mich wohl in meinem Körper gefühlt. Doch dann kam ein Schlag in die andere Richtung. Nach dem Abi ging es für mich für 2 Monate nach Amerika zu meiner ehemaligen Gastschwester. Das hat mir gewichtstechnisch das Genick gebrochen, die anderen Esssitten, und das ganze leckere Essen.. Sünde pur. Die zwei Monate haben mir 8 Kilo gebracht, die ich auch erstmal nicht losgeworden bin. Und soll ich euch was sagen? Es hat mir nichts ausgemacht, denn ich war glücklich., habe einen neuen Partner kennengelernt und alles lief seinen Weg. Langsam gingen zwei Kilo verloren, aber dann meldete sich mein dummes Selbstbewusstsein. Und es kam zur Stagnation. Die Beziehung bröckelte daran, ich war unzufrieden plötzlich, habe mich wieder mit anderen verglichen, wollte nicht mehr Baden gehen und wurde auf jede Frau, die dünner war oder auch zufrieden war neidisch. Auch diese Beziehung ging in die Brüche und ich versank in Selbstmitleid, vergrub mich in Arbeit für die Uni und achtete nicht mehr auf meinen Körper. Oft vergaß ich was zu essen und achtete auf Kalorien. Unbewusst leider.

Es war eine gute Freundin, die mich letztendlich darauf aufmerksam gemacht hatte, wie sehr ich ab genommen hatte. Innerhalb von zwei Monaten 7 Kilo, ungewollt und unbemerkt. Plötzlich waren alle Sachen zu weit. Ich bekam viele Komplimente zu meinem "Erfolg", zu meinem Körper. Doch war es ein Erfolg? Nein! Und warum? Weil ich zwar wieder extrem dünn war, einen flachen Bauch und all das hatte, aber ich mich nicht wohlgefühlt hab. Ganz ehrlich, ich konnte nicht mehr in den Spiegel sehen, hab weite Klamotten getragen und hab die Waage im Schrank versteckt.

Dieses ganze Chaos endete genau so plötzlich wie es gekommen ist. Ein Grund dafür ist ebenfalls die selbe Freundin. Sie unterstützte mich, sprach mir Mut zu und wurde nicht sauer, wenn ich mal nichts essen wollte. Aber sie hat es klammheimlich geschafft, mich ein Stück weit auszutricksen und mich zu normalen Essgewohnheiten zurück zu bekommen. Wir haben oft zusammen gekocht,. Sind was essen gegangen und das Gewicht ging wieder hoch.

Heute, über zwei Jahre später, bin ich glücklich und zufrieden mit mir selber. Ich habe einen kleines Bäuchlein, welches mal mehr mal weniger da ist, aber verzichten möchte ich auf nichts.
Warum ich euch das erzählt habe? Weil ich der Meinung bin, dass es keinen. Stereotyp für den perfekten Körper gibt. Wer hat das Recht, einem vorzuschreiben, wie man auszusehen hat? Welches Gewicht genau richtig ist? Wie flach der Bauch sein soll? NIEMAND!

Euer Körper ist genau dann perfekt, wenn ihr euch in ihm wohl fühlt.



Sonntag, 10. September 2017

Gedanken zum Sonntag - Entspannung meets Zeitdruck

Hallihallo und ein herzliches Willkommen zu einer weiteren Episode von Gedanken zum Sonntag. Heute zu einem Thema, dass sicher alle kennen, nicht nur Studenten.

Aber mal von vorne. Semesterferien... das ist so ein Wort, bei dem Studiaugen strahlen. Sommer, Sonne, Strand, Freunde, Partys, ausschlafen, keine Verpflichtungen... Bei den Gedanken gerät man ins träumen. Doch ist es dann so weit und hat man die ersten Woche oder auch etwas mehr sich eine Auszeit genommen prallt man auf den harten Boden der Realität auf. So war, nein so ist es derzeit bei mir.
Wie meine Insta-Freunde sicher mitbekommen haben lasse ich es mir die letzten Wochen recht gut gehen. Heimaturlaub bei der Familie, Freunde treffen, mit dem Freund schöne Dinge unternehmen. Da bleibt so einiges auf der Strecke. Aber ich hab ja noch Zeit. 
Mein Gewissen kann ich auch immer wieder beruhigen, schließlich war ich zwischendurch ja in Heidelberg und habe intensiv an meiner Hausarbeit geschrieben, die Hälfte ist schon fertig. Also war ich schon fleißig, da kann man es ja ruhiger angehen lassen.

Richtig? Falsch.
Und genau das ist mir heute bewusst geworden. Leider mit einer kleinen Panikattacke. Denn diese uuuuunmengen an Zeit, die ich scheinbar noch hatte, ist verschwunden. In 20 Tagen soll die Hausarbeit beim Dozenten liegen. 25-30 Seiten, ordentlich wissenschaftlich, mit eigener Forschung und natürlich mehrfach Korrektur gelesen. Na frohes Schaffen, selbst schuld.
Aber anstatt mich dranzusetzen bin ich erstmal Baden gefahren. Ich kann mir ja schließlich noch Abends eine Liste für die nächste Woche schreiben, sonntags bin ich ja eh nicht so produktiv. Prokastration? Nee, wo denn.

Doch hab ich es wirklich falsch gemacht, dass ich mir Zeit für andere Dinge genommen hab? Ich finde nicht. Denn trotz Hausarbeiten sind es immer noch Ferien. Okay, offiziell Vorlesungfreie Zeit, aber mal ehrlich: Ich komm im Semester schon nicht genug zu Pausen. Und die benötige ich. Ich war nach diesem Semester absolut ausgebrannt, konnte kaum Themen finden und von Motivation kann keine Rede sein. Es ist nicht nur der Körper der sich erholen muss, sondern auch die Seele - und vor allem die Nerven.
Nehmt euch also die Zeit, die ihr benötigt, aber behaltet trotzdem die Fristen im Äuge, sonst geht es euch wie mir heute morgen. War ein harter Aufprall, aber er war es wert. Nun habe ich wenigstens wieder Kraft getankt um voll durchzustarten - und darüber zu meckern, dass ich zu spät weiter gemacht habe und zu wenig Zeit habe. Organisiert sein ist voll mein Ding ... Oder so ähnlich.